Problemlösungen

Wer mit Bienen arbeitet, weiß, dass diese Tierchen immer wieder für Überraschungen gut sind.

Verlief im Jahr 2016 der Betrieb mit den Schwenkarm-Beutenböcken noch planmäßig, war in diesem Jahr ein Volk zu Beginn der Schwarmzeit bereits außerordentlich stark entwickelt, so dass nach dem nun durchgeführten Schwenk bereits mit einem 2. Honigraum und Mittelwänden erweitert werden musste. Bereits drei Tage später waren alle Mittelwände fast vollständig ausgebaut und mit Honig gefüllt und Trachtbienen flogen ein und aus, als wäre nichts passiert. Die Schwenkarme sind jedoch nicht für 2 Honigräume ausgelegt. Deshalb beschloss ich, jede Wabe der auf den Schwenkarmen stehenden Völker auf Weiselzellen hin zu kontrollieren und Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Am 17.05.2017 fand ich auch in diesem sehr starken Volk nicht eine Weiselzelle.

1.  Sehr starke zeitige Volksentwicklung

Bei der Ablegerbildung vor dem ersten Schwenk werden mindestens 2, eher drei Brutwaben und aus dem Honigraum deutlich mehr Bienen entnommen. Reicht das noch nicht aus, wird gleich nach dem ersten Schwenk ein 2. Ableger gebildet mit mindestens einer Brutwabe und den beiden Honigräumen samt aller anhängenden Bienen. Das Wirtschaftsvolk erhält einen neuen Honigraum, ausgestattet nur mit Mittelwänden und einigen Leerrähmchen. 

2. Die Zargen verrutschen beim Schwenk.

Dabei dürfte es sich um falzlose Zargen handeln.

Am einfachsten wäre es, ein Zugseil oder -stange am Schwenkarm zu befestigen und nur mit ihm die Drehung zu vollführen. (Gehört inzwischen zum Beutenbock!)

Man könnte natürlich auch den Boden mit Holzschrauben mit dem Drehtisch befestigen und mit anzubringenden Leisten dieses Problem lösen.

 

3. Es finden doch noch einige Trachtbienen in ihren ursprünglichen Stock zurück

Bei den Bienen ist es wie bei den Menschen: Manche sind intelligent, der Rest ist sehr intelligent, und diese Bienen könnten dennoch zurück finden. Auch wenn der Schwenkarm-Beutenbock ohne zusätzliche Maßnahmen funktioniert, können folgende Maßnahmen eine Optimierung erreichen.

a) Auf farbliche Gestaltung der Fluglöcher achten.

b) Die beiden Wirtschaftsvölker müssen schon einige Tage auf den Schwenkarmen gestanden haben.

c) Den Schwenk bei gutem Flugwetter durchführen.

d) Den Fluglochkeil zur anderen Seite verlagern und die offene Seite mit einem bienenunschädlichen Duftstoff einsprühen (nicht zu viel, damit der Honig keinen Schaden nimmt!).

Einige Trachtbienen werden dennoch den Heimatstock wiederfinden, die meisten jedoch nicht.

Des Weiteren muss man bedenken, dass täglich bis zu 2000 Bienen schlüpfen, also auch täglich bis zu 2000 Bienen ihre Orientierungsflüge und danach den Trachtflug beginnen. Dadurch könnte der Schein erweckt werden, dass der Schwenk seine Wirkung verfehlt hat.

 

4. Ist eine Anschaffung später im Jahr überhaupt sinnvoll?

Grundsätzlich ja. Bis Ende Juni kann man mit dem Schwenkarm-Beutenbock noch arbeiten. Danach funktioniert er im Prinzip wie jeder andere Beutenbock (die auch nicht viel billiger sind) auch.

Außerdem bleibt der Preis für dieses Gerät in dieser Bienensaison stabil. Eine Preisanhebung Anfang des kommenden Jahres ist wahrscheinlich.

 

5. Kann die Frist zwischen den Schwenks auch mehr als 3 Wochen betragen?

Bei Eigenversuchen schwärmte ein Volk bei dreieinhalb Wochen ab, ein zweites sogar noch deutlich stärkeres Volk nicht.

Ist ein Volk stark und ggf. schwarmfreudig, sollte die Frist eher auf 2 Wochen reduziert werden.

 

6. Wann ist die günstigste Zeit zu ernten?

Die Ableger bekommen direkt nach dem ersten Schwenk viele Trachtbienen , die viel Nektar eintragen. Anfangs ist der Honig noch unreif. Nach drei Wochen sind die meisten Trachtbienen gestorben. Der Nektarfluss lässt stark nach, aber nur wenige Trachtbienen sind bisher aus dem Ableger hervorgegangen.

Nach weiteren 2 Wochen hatten die Bienen Zeit, viele Jungbienen heran zu ziehen, die den Nektar zu einem reifen Honig umarbeiten konnten. Jetzt spätestens kann erstmals geerntet werden.  Gab es zwischendurch eine etwas längere Trachtpause (3 oder mehr Tage) wäre auch dann schon reifer Honig zu erwarten.

Die beiden Wirtschaftsvölker haben pulsierend mal viele, dann aber vorübergehend nur wenige Trachtbienen, aber fast ständig Jungbienen. So wird dementsprechend auch bei ihnen Nektar eingetragen und bearbeitet, so dass je nach Trachtsituation erntereifer Honig anfallen kann. Eine 1. Schleuderung ist dann Ende Mai durchaus möglich. 

 

7. Schadet die Schräglage des Drehtischs dem Wabenbau?

Im Kaltbau überhaupt nicht. Da im Laufe des Bienenjahrs immer mehr Gewicht auf ihnen lastet, werden sie herab gedrückt, so dass sie immer mehr waagerecht ausgerichtet sind. Probleme beim Naturwabenbau könnte es eigentlich nur dann geben, wenn die Schräglage um 90 Grad dazu gedreht wäre, weil dann die Waben nicht mehr lotrecht wären. 

Wird im Warmbau geimkert, sollte anfangs mit ausgebauten Waben gearbeitet werden, dann könnten auch Mittelwände dazu gegeben werden und im Honigraum, wenn der Tisch waagerecht ist, kann auch mit Leerrähmchen (mit Anfangsstreifen) gearbeitet werden. Hier muss mit etwas Gefühl gearbeitet werden, da Holz etwas arbeiten kann. Fehler des Imkers haben nur unbedeutende negative Auswirkungen und die Bienen stört das keineswegs.

 

8. Mich stört die unterschiedliche Höhe der beiden äußeren Beuten zur mittleren. Kann das konstruktiv geändert werden?

Nur wenn auf Metall als Material zurück gegriffen wird. Außerdem müsste es sehr massiv sein, da auch Stahl bei Belastung nachgibt. Das würde den Schwenkarm-Beutenbock unverhältnismäßig teuer und schwer machen. Allerdings würde ein Konstrukt aus Stahl die unterschiedliche Höhe deutlich verringern. Deutlich teurer als ein Holzbeutenbock bleibt er allemal, auch wenn man einen geringen Niveauunterschied akzeptiert.

 

9. Würden Sie auch einen Beutenbock aus Stahl herstellen?

Wenn der Bedarf besteht, ja!