Betriebsweisen mit dem Rosenthaler Schwenkarm-Beutenbock

1. Völkerführung

Einsatz des Schwenkarm-Beutenbocks

Zum reibungsloseren und perfekten Ablauf könnten die Fluglöcher der Wirtschaftsvölker zur Hälfte so eingeengt werden, dass die offene Seite zur Mitte weist.

Eine farbige Markierung der Fluglochumgebung bringt zusätzliche Vorteile.

Dabei sollte die offene Seite anders farblich gestaltet sein als die geschlossene, aber den gleichen Farbton aufweisen wie das Flugloch der mittig gelagerten Beute des Ablegers. In diesem Fall also blau und an der hinteren Beute gelb (wie links dargestellt). Rot sollte vermieden werden, da Bienen diese Farbe nicht als solche wahrnehmen können. 

Der Fluglochbereich der Rückseite sollte farblich anders gestaltet sein als der der Vorderseite, in diesem Fall darf also weder die Farbe grün, gelb oder blau erscheinen. Eine eventuelle Öffnung sollte hier geschlossen  werden, damit nicht der Eindruck eines Fluglochs erweckt werden kann. 

Der Gitterboden könnte ggf. unmittelbar vor dem Schwenk abgedeckt sein z.B. mit einer Varroawindel, damit darüber keine Gerüche aus dem Volk auf die Rückseite der Beute gelangen.

Das Anflugbrett könnte nach dem Schwenk eine andere Farbe aufweisen (Eine Seite einfärben). 

Links und rechts von den Fluglöchern drapiert man dekorative Pflanzen. Nach dem Schwenk rückt man sie jeweils um ca. 50 cm zur Mitte hin.

Aber auch wenn man auf all diese Maßnahmen verzichtet, dürfte die Schwarmverhinderung durchaus erfolgreich sein.

 

Konzentrieren Sie sich anfangs nur auf eine der unten aufgeführten Varianten. Erst später sollten Sie andere ausprobieren.

Für Anfänger empfehle ich die Varianten 1a bis 1c.

 

Variante 1a

Empfohlen für Imker mit wenig Zeit, geringem imkerlichen Spezialwissen (Anfänger), körperlichen Schwächen, oder für die, welche sich nur am Treiben der Bienen erfreuen und nebenbei noch Honig ernten wollen oder die auf einfache Art schwache Völker verstärken wollen.

 

 

Die Wirtschaftsvölker kommen früh im Jahr auf Platz  1 und 2. Zwischen Ihnen wird später, kurz vor dem ersten Schwenk, ein schwaches Volk oder ein (Kunst)schwarm platziert. Einen Ableger könnte man stattdessen zeitgleich mit dem Schwenk auf diesem Platz bilden.

Auf Platz 4 kommt ein weiteres schwaches Volk oder es wird spätestens zum Zeitpunkt des zweiten Schwenks dort ein Ableger bzw. ein (Kunst)schwarm gebildet.

Brut und Futterwaben kommen in die Mitte der Zarge, flankiert von mehreren Leerwaben und einigen Mittelwänden.

Ende April / Anfang Mai sind die Wirtschaftsvölker so stark, dass spätestens jetzt mit einem Honigraum erweitert werden muss.  Aus Gründen der Arbeitsvereinfachung kommt ein Absperrgitter zwischen Brut- und Honigraum (vergleiche unten mit Ablegerbildung). Jetzt ist auch die Zeit gekommen, die beiden Wirtschaftsvölker um 180 Grad nach hinten zu schwenken. "Völkchen"3 wird stark durch die Trachtbienen verstärkt.

Der genaue Zeitpunkt hierfür ist stark abhängig vom Witterungsverlauf des Frühlings. Ist er warm, sonnig und trocken und ist das Trachtangebot von Nektar und Pollen gut, sind die Völker schon Ende April sehr stark. Durch den Klimawandel könnte sich das sogar noch weiter zum Jahresanfang hin verlagern. Ist das Frühjahr dagegen kalt, feucht und es gibt wenig für die Bienen zu ernten, wird der Schwenk erst Anfang bis Mitte Mai erfolgen müssen. 

Kurz vor dem Schwenk wird "Völkchen" 3 mit mindestens einem Honigraum erweitert. Zur besseren Wärmeregulierung könnte Zeitungspapier zwischen die Zargen gelegt werden. Einige Schlitze erleichtern den Bienen, sich bei Platzbedarf hindurch nagen zu können. 

Nach 3 Wochen (ist die Entwicklung in den Völkern 1 und 2 sehr stark, empfiehlt es sich, die Zeit auf 2 Wochen zu begrenzen) erfolgt der 2. Schwenk. Danach dürfte der  Schwarmtrieb erloschen sein. Dieser könnte das Volk 4 verstärken, sofern man dort Anfang Mai bereits einen Schwarm oder einen Ableger untergebracht hat oder aber es wird ein neuer Ableger gebildet, wie zum 1. Schwenk.

 

Nach dem 2. Schwenk wird den Völkern 1 und 2 ein 2. Brutraum mit Waben und Mittelwänden gegeben,also unter dem Honigraum. Bei dem Volk 3 könnte schon eine Honigernte anstehen. Auf jeden Fall benötigen es eine oder 2 Zargen ohne eingelagertem Honig.

Um sicher zu gehen, sollte dennoch ein dritter Schwenk erfolgen, sofern diese beiden Völker wieder sehr stark geworden sind. 

Variante 1b

Empfohlen für die oben genannte Personengruppe

Variante 1b gleicht der Variante 1a grundsätzlich. Lediglich das Volk 2

befindet sich anfangs entgegengesetzt neben Volk 4. Die Schwenks erfolgen also entgegengesetzt. Die Plätze 3 und 4 erhalten gleichzeitig ihren Ableger (Kunstschwarm, Minivolk etc.) mit Brut- und Honigraum.

Vorteil: Die Entwicklung in den Völkern 3 und 4 erfolgt gleichmäßiger.

Variante 1c

Vorgeschlagen von einem Messebesucher. 

Das könnte die einfachste Form der Betriebsweise und somit für fast jedermann geeignet sein:

Den Wirtschaftsvölkern 1 und 2 werden wie in Variante 1a mitten aus dem Brutbereich 2 Waben, die aber auch jüngste Larven und Honigkränze enthalten, mit allen anhängenden Bienen entnommen und an den Rand einer leeren Zarge gehängt. Jetzt könnten die Königinnen in den Wirtschaftsvölkern 1 und 2 oder in der mittleren Zarge 3 sein. Hier können jetzt also zufällig zwei Ableger, bzw.  zwei Kunstschwärme oder ein Ableger und ein Kunstschwarm sein. Sie müssen vorsichtshalber durch ein Trennschied voneinander im Brutraum (Platz 3) isoliert werden. Die Leerräume auch des anschließend aufgesetzten Honigraums (mit Absperrgitter) werden durch Waben und mit einigen Mittelwänden aufgefüllt.

Jetzt erfolgt der Schwenk.

In den weisellosen Völkern werden nun Königinnen nachgezogen.

 

Vorteil dieser Methode: Sehr einfache Betriebsführung.

Nachteil:  Falls die Nachschaffung einer Königin nicht geklappt hat, muss der Imker dennoch aktiv werden und es würde ein betroffenes Wirtschaftsvolk in seiner Entwicklung stark zurückwerfen.

Ähnlich betrifft es aber auch die Ableger. Auch hier kann die Königin abhanden kommen.

In diesem Jahr (2017) habe ich es an einem Schwenkarm-Beutenbock ausprobiert. In allen 4 Völkern waren 5 Wochen später Königinnen bzw. Stifte zu finden. Das ist natürlich noch nicht repräsentativ, zeigt aber, dass diese Methode grundsätzlich funktioniert.

Anmerkungen:

Die stürmische Entwicklung in den Völkern 1 und 2 wird durch das "Schröpfen" der Sammelbienen etwas geschwächt, aber nicht gestoppt.

In Variante 1a fliegen die meisten (wenn nicht sogar alle) Flugbienen der beiden Wirtschaftsvölker dem "Schwächling" 3 zu, wodurch dieser enorm gestärkt wird, und Nektar und Pollen werden mengenweise eingetragen. Brut in allen Entwicklungsstadien sind in geringem Maße vorhanden (nicht beim Ableger, Schwarm oder Kunstschwarm). Die Legeleistung der Königin wird sich stark erhöhen. Andererseits haben die Trachtbienen höchstens noch eine Lebenserwartung von 3 Wochen vor sich. Dadurch bedingt nimmt die Sammelleistung in den ersten 3 Wochen nach dem Schwenk in Volk 3 kontinuierlich ab bis auf ein Minimum. In diesem Zeitraum reduziert sich der Nektareintrag deutlich, während er sich adäquat in den Völkern 1 und 2 wieder kontinuierlich erhöht. Erst nach sechs Wochen werden die Flugbienen erheblich durch die in Volk 3 ausgebrüteten Arbeiterinnen ergänzt, unterstützt durch den 3. Schwenk der Völker 1 und 2. Dadurch ergibt sich eine Volksentwicklung etwa mit folgendem Charakter:

Volksentwicklung
Entwicklung Volk 3 der Variante 1a

Zeitraum zwischen 2 Buchstaben beträgt 3 Wochen.

Bei a erfolgt der erste Schwenk, Volk 3 erstarkt erheblich.

Alte Flugbienen sterben kontinuierlich bis b ab. Zwischen b und c entwickeln sich fast nur Stockbienen. Bei c erfolgt der 3. Schwenk. Jetzt verstärken die Flugbienen der beiden Nachbarvölker und die sich aus der eigenen Brut entwickelnden Arbeiterinnen die Trachtbienen erneut erheblich. Bei Volk 4 stagniert die Entstehung von Trachtbienen anfangs. Erst mit dem 2. Schwenk fliegen ihm viele Trachtbienen aus den Völkern 1 und 2 zu. Zeitversetzt um 3 Wochen ähnelt die Kurve stark der des Volks 3.  Die absterbenden Trachtbienen  werden hier jedoch immer stärker durch "heranwachsende" Sammelbienen aus dem eigenen Volk so lange ergänzt, bis nach der Sonnenwende eine Brutreduzierung erfolgt. Völker 1 und 2 haben annähernd den gleichen Verlauf. Bei ihnen entwickeln sich Trachtbienen bereits im zeitigen Frühjahr, bis durch den jeweils durchgeführten Schwenk die Anzahl der Trachtbienen gen Null geht. Da aber Brut und Arbeitsbienen in allen Entwicklungsstadien vorhanden sind, kommen täglich wieder etliche Sammelbienen dazu, so dass auch in diesen Völkern Honig eingelagert wird.

Die Fähigkeit der Bienen, Missstände auszugleichen, wurde hier nicht berücksichtigt.

Die Trachtpause zwischen b und c wird nun deutlich ausgeglichen dadurch, dass nach dem 2. Schwenk nun die Trachtbienen das Volk 4 erheblich stärken und hier überproportional viel Nektar und Pollen eintragen. Hier ist die Volksentwicklung nicht so krass wie in Volk 3, da nun während der Zeitdifferenz von drei Wochen erheblich mehr Brut auch in allen Entwicklungsstadien herangezogen werden konnte.

Fazit:

Dieses Schwenkverfahren ist durchaus ein geeignetes Vorgehen, um mit geringstem Arbeits- und Zeitaufwand und ohne hohes Fachwissen zu guten Ergebnissen zu kommen.

Variante 2a

Für fortgeschrittenere Imker,

die gleichzeitig eine Völkervermehrung anstreben.

Zargen mit Waben der Völker 1 u.2
Ablegerbildung vor dem Schwenken

Vor dem ersten Schwenken werden 1 bis 2 Brutwaben ohne Bienen, aber mit Stiften oder jüngster Brut jeweils aus den Völkern 1 und 2 entnommen und ortsnah in die Beute auf Standort 3 gehängt. Direkt an die Zargenwände links und rechts kommt noch jeweils eine Futterwabe. Der restliche Raum wird mit Mittelwänden und Waben ausgefüllt. In der Mitte könnte auch ein Trennschied angeordnet werden, um sicher zu sein, dass sich die Königinnen nicht gegenseitig bekämpfen. Aus dem Honigraum werden von 2 vollbesetzten Honigwaben alle Bienen jeweils in die entsprechende Hälfte dazu gekehrt. Außerdem wird ein Honigraum, bestückt überwiegend mit ausgebauten Waben und 3 bis 4 Mittelwänden, aufgesetzt. Ein Trenngitter kann die beiden Räume voneinander trennen.

Der Schwenk wird auf beiden Seiten vollzogen.

Anmerkungen:

Einen sehr starken Reiz übt junge Brut auf Bienen aus. Mit dem Umhängen von Brutwaben in die mittlere Beute gelangt zusätzlich der den Sammelbienen bekannte Stockduft an die Riechzellen (Chemorezeptoren) der nach dem Schwenk ihren Eingang suchenden Bienen. Den neuen finden sie dann relativ schnell, weiterhin unterstützt durch sterzelnde Bienen.

Auf beiden Seiten entwickeln sich unabhängig voneinander Jungvölker, außerordentlich gestärkt von den ihnen zufliegenden Trachtbienen.

Konnten beide Ableger eine neue Königin heranziehen und haben sie schon Eier gelegt, könnte man z.B. den einen Ableger andernorts zu einem vollwertigen Jungvolk heranziehen. Der andere Ableger verbleibt an Ort und Stelle.

Ist man sich unsicher, bzw. es ist nur eine Königin in Eiablage, bleibt man einfach inaktiv oder man verlagert seine Aktivitäten auf spätere Zeiten, bis man die Situation besser einschätzen kann..

 

Variante 2b

Grundstellung wie in 1b.

Ablegerbildung wie in 2a, aber entsprechend einseitig. Leerraum wird vollständig mit Mittelwänden und überwiegend mit Leerwaben aufgefüllt. Sonst ähnlich wie zuvor.

 

Völkerstellung Variante 2
Gegenüberliegende Wirtschaftsvölker

Volk 1 steht neben der Beute 3 auf Standort 3. Das Volk 2 steht neben Beute 4.  Beide (3 und 4) erhielten 1 - 2 Brutwaben, auch mit Stiften und jüngster Brut und eine Futterwabe - falls ausgerechnet jetzt schlechtes Flugwetter herrscht - ohne ansitzende Bienen. Diese Waben werden in der Nähe des Spendervolks angeordnet. Außerdem werden so viele Mittelwände hinzugefügt, dass der Raum dahinter damit vollständig ausgefüllt ist. Aus dem Honigraum werden von 2 vollbesetzten Honigwaben alle Bienen dazu gekehrt. Ein Honigraum kann schon jetzt auf den Ableger aufgesetzt werden, überwiegend mit hellen Waben bestückt, bei kaltem Wetter ggf. mit 2 Lagen Zeitungspapier voneinander getrennt. Das Zeitungspapier wird mit einem Messer einige Male durchstochen. Bei Platzbedarf nagen sich die Bienen durch das Papier hindurch.

Variante 3a und 3b

Für fortgeschrittene Imker, die gleichzeitig Reinzucht betreiben wollen.

Der Aufbau und die Durchführung erfolgen weitgehend wie in Variante 2a bzw, 2b.

Unterschiede:

Jeweils nur eine Futterwabe und eine weitgehend verdeckelte Brutwabe werden verwendet und nur von einer vollbesetzten Honigwabe werden die Bienen übernommen.

Zwischen Honig- und Futterwabe wird eine gekäfigte Königin zugesetzt. Der Ausgang ist mit Futterteig verschlossen.

 

Variante 4a und 4b

Für fortgeschrittene Imker, die experimentierfreudig und wissbegierig sind.

Eine der zuvor beschriebenen Varianten wird gewählt. Das stärkste Volk wird alle zwei Wochen herumgeschwenkt, und das andere alle drei Wochen. Die Zeiträume können auch anders gewählt werden.

Variante 5

Für Imker, die viele neue Ableger heranziehen wollen.

Als Betriebsweise ist hier wohl die Variante 2a in seiner anfänglichen Durchführung am besten geeignet.

Kurz vor dem 3. Schwenk werden jedoch die Ableger zwischen den Wirtschaftsvölkern an einen anderen Platz gebracht. Bleiben sie in der Nähe, verlieren sie ihre Flugbienen an die neu gebildeten Ableger auf dem Beutenbock.

 

Gleiches geschieht mit allen darauffolgenden Schwenks.

 

Es wäre auch denkbar, die heranwachsenden Königinnen in einzelnen Zargen mit Trenngittern voneinander zu isolieren. Zwischenböden müssten dann aber eingesetzt werden, damit die Königinnen zur Begattung ausfliegen können.

2. Honigernte

Mit den Varianten a

Die Honigernte kann in aller Regel bei Volk 3 beginnen. Die frühen Massentrachten können gut durch Volk 3 genutzt werden, so dass nach der Apfelblüte ein bis zwei Honigräume gefüllt sein dürften. Volk 4 hat noch nichts zu bieten. Erst drei bis vier Wochen später wird auch hier reichlich Honig eingelagert sein. Volk 1 und 2 müssen immer wieder ihre Trachtbienen opfern und können erst sehr viel später mit dem effektiven Sammeln beginnen. Sie werden zur Sommertracht stark genug sein, so dass sie jetzt fast reinen Sommerhonig herstellen können.

 

Ein frühes Abernten ist nicht zwingend erforderlich. Man kann auch abwarten, so dass sich das Schleudern auf einen engeren Zeitraum konzentriert. Eine etwas geringere Honigernte muss man dann in Kauf nehmen. Und man darf nicht vergessen, rechtzeitig mit Honigräumen zu erweitern.

Andererseits entstehen durch das Abwarten Zeiten , in denen Trachtbienen immer weniger werden und da demzufolge kaum noch Nektar eingetragen wird, haben die Bienen genug Zeit, dem Honig viel Wasser zu entziehen. Es entsteht also ein durchweg reifer Honig.

Mit den Varianten b

Die Honigeinlagerung erfolgt in den Völkern 3 und 4 etwa gleichermaßen. Zur Nutzung länger anhaltender Trachten dürfte diese Variante besser geeignet sein, da immer eine höhere Anzahl von Trachtbienen vorhanden ist.

3. Wandern

Mit einigen wenigen Zusatzteilen kann man diesen Schwenkarm Beutenbock auch zum Wandern nutzen. Das Schwenken darf aber nicht zeitnah zum Zeitpunkt des Wanderns erfolgen. Eine Woche Abstand (möglichst vorher oder notfalls nachher) dürfte aber ausreichend sein. Bis zu 8 Völker könnten dann auf diesem Beutenbock Platz finden. Ein Schwenken ist danach jedoch kaum möglich. Aber welche Tracht dauert schon drei Wochen an?

Die Praxis wird sicherlich noch weitere gute Alternativen entwickeln. Falls mir davon berichtet wird, werde ich sie in diese Seite integrieren.

 

4. Umgang mit der Königin

Normalerweise darf eine Königin ein bis drei Jahre im Volk verbleiben, ehe sie vom Imker getötet wird.

Bei der Betriebsweise mit dem Schwenkarm-Beutenbock kann natürlich wie bisher verfahren werden. Wer  nicht unbedingt Wert auf eine möglichst hohe Honigernte legen muss, kann die Königinnen einfach im Volk belassen. Dadurch, dass der Schwarmtrieb mit dieser Betriebsweise unterdrückt wird, werden auch keine Schwarmzellen angelegt. Ist die alte Königin jedoch schwach, krank, zu alt oder gar gestorben, ziehen die verbliebenen Bienen aus jüngster vorhandener Brut sofort Königinnen nach, die dann übergangslos die "Regentschaft" übernehmen können. Nur ein sehr aufmerksamer Imker wird von diesem Vorgang etwas mitbekommen können. Diese Form der Königinnenbehandlung dürfte gerade für Bioimker total geeignet sein, da dies eine ziemlich reine ungestörte Lebensweise der Bienen ermöglicht:

  • Kaum ein Öffnen der Völker - lediglich um Ableger zu bilden, gegen die Varroa zu behandeln oder Altwaben auszusondern.
  • Kaum getötete oder verletzte Bienen.
  • Kaum Eingriffe in den Brutbereich.
  • Ein nicht getrennter Brutraum reicht aus.
  • schonende Völkerführung.
  • Königin darf bis zu ihrem natürlichen Ende im Volk verbleiben.
  • Ein Beschneiden der Flügel ist überflüssig.
  • Eine  Farbmarkierung der Königin ist nicht nötig.
  • Bei der Zucht kommt die Königin gleich in das endgültige Beutensystem. Ein späteres Umsetzen ist nicht erforderlich.
  • Es erfolgt eine natürliche Begattung der Königin. 
  • Selbst der Schwenkvorgang - natürlich in anderer Form - kommt in der Natur vor.
  • Beutenbock besteht aus naturbelassenem Holz und Schrauben aus Metall.

5. Das Problem mit den Ablegern

Jahr für Jahr entstehen 2, eher sogar mehr Ableger oder Kunstschwärme pro Rosenthaler  Schwenkarm-Beutenbock. Sie müssen spätestens im April des darauf folgenden Jahres von Platz 3 und 4 verschwinden. Das bedeutet auch, dass sich der Völkerbestand nahezu Jahr für Jahr verdoppeln könnte. So viele Bienenvölker beziehungsweise Honig kann kein Imker verkraften. Aber was geschieht mit ihnen?

1.  Abgestorbene Völker werden durch sie ersetzt.

2.  Schwache Völker werden aufgelöst und durch sie ersetzt.

3.  Weitere Schwenkarm-Beutenböcke werden mit ihnen bestückt.

4.  Sie werden verkauft. Da sie bereits Stärken von Wirtschaftsvölkern erreichen, lassen sich auch gute Preise mit ihnen erzielen.

(Ich würde natürlich zu Punkt 3 raten, :-) denn dann........  )